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In keiner anderen Branche wie dieser ist die Stigmatisierung am größten. Warum das so ist erkläre ich euch gerne.


Jeder von uns muss zum überleben arbeiten gehen. Bspl. Eine Kellnerin die ihren Job nur macht, damit sie über die Runden kommt, oder ihre Kinder versorgen kann weil sie Alleinerziehend ist. Wie alle Jobs hat das Kellnern seine Vorteile: flexible Arbeitszeiten, interessante Gespräche mit der Kundschaft oder die Möglichkeit Trinkgeld zu bekommen. Trotzdem würde nie jemand auf die Idee kommen die Kellner zu fragen ob sie ihren Job freiwillig macht.


Sexarbeit hingeben ist anders. Das Arbeitsfeld der Sexarbeit wird häufig aus einer voyeuristischen Perspektive betrachtet, zahlreiche Klischees und Stereotype werden dabei reproduziert und verfestigt.


Prostitution ist nach wie vor kein anerkannter Beruf, es ist eine Tätigkeit die zwar von der Gesellschaft geduldet wird, aber weder geachtet noch respektiert.


Wenn man bedenkt wie lange es Prostitution eigentlich schon gibt Prostitution seit über 4.000 Jahren. Die ersten legalen Bordelle gab es in Griechenland. Frauen aller Gesellschaftsschichten gingen der Sexarbeit nach. Damals nannte man Sexarbeiterinnen, Hetären, bei uns würde man Edelhure oder Kurtisane sagen.


Im laufe der Zeit wandelte sich die käufliche Liebe.

Das was bei den Griechen vollkommen normal war, als pure Lebensfreude, Lebenselexir galt, war zur Zeit der Christen, verpönt Für die Christen diente der Akt der Liebe rein der Fortpflanzung, Sex als körperliches oder seelisches Vergnügen, war eine Sünde.

Selbst im Mittelalter gab es die Prostitution, man hatte eine ambivalente Einstellung dazu, von der Kirche wurde es verpönt aber rechtlich war es erlaubt.

Die ersten offiziellen Freudenhäuser gab es in Deutschland im 12-13 Jahrhundert. Nur damals durften sie an So und Feiertagen nicht offen haben, das war die einzige Bedingung, zur damaligen Zeit.


Warum also diese gesellschaftliche Inakzeptanz gegenüber Prostitution ?

Sind es die zahlreichen Klischees die, die Leute mit dem Thema Prostitution verbinden, oder ist einfach der pure Neid (weil eine Sexdiestleisterin mehr verdient ). ? Ist das „Unbekannte“ wirklich das was den Leuten so Angst macht ?


Die Gesellschaft ist noch lange nicht so weit das die den Job einer Prostituierten akzeptieren und wird es wahrscheinlich auch nie. Ich weiß es aus eigener Erfahrung wie die Gesellschaft gegenüber Dienstleisterin wirklich ist wenn man aufhören will.


Man würde niemals glauben wie herablassend, respektlos Menschen sein können. Man muss sich demütigen lassen, mobben lassen, für eine Zeit seines Lebens für die man sich eigentlich nicht schämen braucht.


Jeder Mensch hat seine Vergangenheit, nur ist es wirklich so schlimm wenn man als Prostituierte gearbeitet hat ?


Ich habe während meiner ganzen p6 Zeit immer wieder aufgehört, weil ich es mir selber beweißen wollte das ich „normal“ arbeiten kann und auch weil ich Abstand vom Rotlicht brauchte, damit man nicht kaputt geht und abstumpft.


An ein Gespräch kann ich mich noch gut erinnern. Als ich dem Chef gesagt habe was ich gemacht habe, schaute ich er mich nur von oben bis unten an, und sagte nur das: „Eine Prostituierte ist Image gefährdend“. In diesem Moment wusste ich nimmer was ich sagen sollte, jemand der gewillt ist zu arbeiten, der nichts mehr mit Rotlicht Milieu zu tun haben will, dem wird dieser Zugang verwehrt auf Grund dieser Vergangenheit. Nett oder ..


Bei Männern als Vorgesetzte ist der Reiz die Neugierde, bei Frauen hingeben ist es die pure Verachtung, Hass und logischerweise der Neid, man könnte ja mit ihrem Mann etwas anfangen.


Wäre es also besser man belügt die Menschen wenn man einen Job haben will ?

Ganz nach dem Motto: Hey ich war die letzten 10 Jahre freischaffende Künstlerin, oder habe die letzten 5 Jahre eine spirituelle Reise zu mir selbst gemacht und in einem tibetischen Kloster gelebt....


Vielleicht sollte die Gesellschaft man mal darüber nachdenken das eine Prostituierte weitaus mehr Soft Skills besitzt wie ein neuer EU-Bürger der sich ins gemacht Nest setzt ohne das er jemals dafür etwas geleistet zu haben. Nicht jede SDL ist ein kaputt Frack, oder muss einen Entzug machen.


Ich habe mich das immer wieder gefragt warum Frauen unzählige Jahre im P6 arbeiten, mittlerweile versteh ich es. Weil es einfach ein gesellschaftliches Problem ist.


Jemand der einen Straftat begangen hat und auf Bewährung nach ein paar Jahren raus kommt, bekommt einen Bewährungshelfer und volle Unterstützung, Wohnung, Job ect.. Dieser kann ein neues Leben anfangen.


Meiner Meinung nach ist es ein Armutszeugnis der Gesellschaft. In Österreich ist man 7 – 8 Jahre gespeichert, ( sofern man offiziell legal arbeitet ). Zumal sich jeder Arbeitgeber sich den Versicherungsauszug holen kann und genauso früher oder später drauf kommt was man gemacht hat.


Oder man schnüffelt ein bisschen im Internet herum. Bis Bilder im Netz gelöscht sind kann es Jahre dauern. Bis dahin hat derjenige bereits etwas gegen einen in der Hand.


Denkt einfach mal darüber nach wie es vielleicht SDL’s in Zeiten von Corona geht. Einerseits soll man gesundheitsbewusst arbeiten, anderseits weiß jeder das man mit dem Hygienekonzept vom Bundesministerium keine Kohle verdienen kann. Also das Risiko im Kopf ausblenden im Kopf und Geld verdienen, etwas anderes ist es nämlich nicht.


Versetzt euch mal in die Lage von einer SDL die durch Corona nicht arbeiten darf, ihre Existenzgrundlage von heute auf morgen verliert, keine finanzielle Unterstützung bekommt, Kinder, Familie zu versorgen hat, und dann muss man sich dem Gespött/ Demütigungen von Behörden, oder man ist gezwungen einen Job annehmen der einen nicht gefällt und man Mobbing, oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ertragen muss nur damit man irgendwie über die Runden kommt.


Das Jahr 2020 Ist/war anstrengend und man merkt das viele extrem überreizt sind. Das aggressions Potenzial nimmt mehr und mehr zu, weil Männer ihren Frust nicht mehr kompensieren können. Ergo es wird auf SDL geschimpft. Die Bordelle sind noch bis auf unbestimmte Zeit zu, Escort kann man auch keine buchen, die meisten haben vielleicht Job verloren, oder sind in Kurzarbeit und haben auch den lieben langen Tag mehr als genug Zeit um sich darüber zu echauffieren.


Genau solche Männer sind es nämlich die schlussendlich den wenigsten Respekt vor Frauen haben. Weder im P6 noch im realen Leben.


Ich habe bereits prophezeit das sich die Gesellschaft spalten wird, nur mir wollte nie jemand glauben.

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